Selbstsinn

Das Leben zeigt uns den Weg

Bewusstes Denken

Mit dem bewussten Denken können wir wohl alles  in unserem Leben steuern.
Der entscheidende Punkt ist: wir müssen uns zuerst bewusst sein, damit wir denken und steuern können.

Awareness (engl. „Bewusstsein“ oder „Gewahrsein“, auch übersetzt als „Bewusstheit“, zur Betonung der aktiven Haltung, ferner auch „Aufmerksamkeit“) kann gemeint sein

Interessante Experimente mit dem Bewussten

Facetten des Bewusstseins
Bewusstsein ist ein rein privates Phänomen. Eins, das ganz auf die Perspektive der ersten Person beschränkt bleibt. Die einfachste Form scheint das sogenannte Kernbewusstsein zu sein. Es stattet uns Menschen mit dem Selbstsinn aus, der für den jetzigen Moment, genau diesen Augenblick gibt.

Um uns am Leben zu erhalten, müssen wir all unsere Körperfunktionen aufrecht erhalten, ein konstantes inneres Milieu aufbauen. Und dafür braucht unser Organismus quasi einen „Referrenzpunkt“ , eine innere Instanz, damit er seine Körperfunktionswerte, seine Position permanent abgleichen oder überprüfen kann. Unser Selbst-Sinn ist also ein unverzichtbarer Teil des Bewusstseins. Wenn es  im wachen Zustand zur Aufhebung von Erkennen und Selbst kommt, gerät der Organismus in ernsthafte Gefahr. Dann ist man nämlich tatsächlich in der Lage, zu handeln, ohne die Konsequenzen seines Handelns zu erkennen. Fehlt der Selbst-Sinn im Akt des Erkennens, ist es so, als erhöbe niemand Anspruch auf die Gedanken, die man erzeugt, weil der rechtmäßige Besitzer fehlt. Ohne das Selbst hat der Organismus niemanden, dem diese Gedanken gehören.

Das Kernbewusstsein ist der erste Schritt ins Licht der Erkenntnis, doch erst unser „erweitertes Bewusstsein“ erkennt im Organismus einen höheren Selbst-Sinn - eine Identität und Persönlichkeit. Jetzt sind Denken, Gedächtnis, Sprache Aufmerksamkeit und Arbeitsgedächtnis erforderlich. Erst beide Bewusstseinsarten machen das Wunder möglich, das wir Bewusstsein nennen. Bei Störungen auf der Ebene des Kernbewusstseins - beispielsweise wie bei Komapatienten - wird das ganze Bewusstseinsgebäude in Mitleidenschaft gezogen. Unser Geist funktioniert nicht mehr !

Viele Facetten des Bewusstseins haben die Forscher in den vergangenen Jahren aufgedeckt. Beispielsweise welche Hirnareale bei welchen Reizen aktiviert werden. Oder was im Hirn - den Unterschied zwischen Koma, Schlaf und Wachsein ausmacht, (Doch das Größte noch zu lösende Rätsel liegt genau darin, die Essenz dieser mentalen Vorstellung zu beschreiben. Denn ohne die es nicht möglich wäre, in jedem wachen Moment zu wissen, wer und wo man ist.) Ganz gleich, ob es sich um unseren Selbst-Sinn oder unsere Bewusstseinzustände handelt - für all diese komplizierten Prozesse in unserem Kopf ist ein Gehirn erforderlich. Und das Gehirn muss die Fähigkeit zur Signalübertragung besitzen, um neuronale Muster zusammenzustellen und Vorstellungen bilden zu können.

Die Entwicklung zum "Ich"
Ganz gleich, was wir momentan fühlen oder tun: Immer haben wir das Gefühl, dass wir als bewusst denkendes, fühlendes und planendes Subjekt - als „ich“ -Verursacher an unserer Handlungen beteiligt sind. Dieses „ich“ ist einerseits bestimmt von Vernunft, von der Einsicht in die Sachlage und die sich daraus ergebenden Randbedingungen. Aber vor allem in die Konsequenzen des eigenen Handelns. Doch wozu brauchen wir überhaupt "ICH"?

Prof. Thomas Metzinger, Philosoph/Universität Mainz
„Ich denke man kann eine unromantische und sehr ernüchternde Geschichte über das menschliche Selbst erzählen. Und diese Geschichte geht so: das menschliche Selbst war eine Waffe, die sich in einem kognitiven Wettrüsten, in einen evolutionären Wettkampf durchgesetzt hat, weil es eine Hilfe im Überleben und beim Erzeugen von möglichst vielen Nachkommen war. Es ist aber auch eine andere Geschichte, bei der das menschliche Selbst die Tür, der Übergang von der rein biologischen Evolution in die kulturelle Evolution war.“

Auch wenn die Entwicklung unseres Selbst, der dem Film in unserem Kopf sein Zentrum gibt und uns unsere Erinnerungen, Gedanken, Handlungen und Körperteile als die Eigenen erleben lässt, sich über Millionen Jahre hin mühsam entwickelt hat. Er wird uns nicht von Geburt an in die Wiege gelegt. Eine Reihe entwicklungspsychologischer Studien zeigen deutlich, dass sich unser Selbstbild, oder das Wissen über ein Ich zu verfügen, erst in den ersten Lebensjahren entwickelt. Dabei scheinen vor allem das zweite und dritte Jahr eines Kindes eine wichtige Rolle zu spielen.

Prof. Wolf Singer, Hirnforscher, MPIfH Frankfurt
„Ganz am Anfang empfinden, fühlen sich die Babys noch nicht richtig abgegrenzt von ihrer Welt. Die empfinden sich eins mit den sie umgebenden Bezugspersonen und lernen erst allmählich , dass sie davon abgegrenzt sind. Lernen dann irgendwann mal ihr Bild im Spiegel zu erkennen. Das ist dann der Punkt, wo man ihnen Identität oder das Wissen einer Identität zuschreibt. Und irgendwann beginnen sich „ich „ zu sagen und auch bereit zu sein, für ihr Tun Verantwortung zu übernehmen. Aber das ist - wie wir wissen - ein langer Lernprozess.“

Die Wissenschaftler sind sich einig: unser Bewusstsein hat den unwiderstehlichen Drang, dass wir am Leben bleiben. Und dieses Leben findet innerhalb einer Grenze statt, die einen Körper definiert. Leben und Lebenstrieb existieren innerhalb einer Grenze, die die innere Umwelt von der äusseren Umwelt trennt.
 

Ob Seele oder Bewusstsein, Psyche oder Geist - schon seit Jahrtausenden zerbrechen sich Philosophen den Kopf darüber, was hinter diesen Phänomenen steckt. Die meisten davon begriffen den menschlichen Geistes als etwas „Immaterielles“. Als etwas Ungreifbares (alternativ: Flüchtiges) das unabhängig von Gehirn und Körper in anderen Sphären schwebt. Doch wie kann ein Körper, der den Gesetzen der Natur unterworfen ist, einen Geist gebären, der sich genau diesen Gesetzen entzieht?

Prof. Thomas Metzinger, Philosoph Universität Mainz
„In der Gegenwart zeigt sich sowohl in der Philosophie , wie auch in den Naturwissenschaften des menschlichen Geistes sehr deutlich, dass wir wirklich nur Bürger einer einzigen Welt sind. Und dass es sehr wahrscheinlich nur eine Welt gibt. Auf der anderen Seite erscheinen uns aber innerlich dualistische Theorien der Menschen von Leib und Seele hartnäckig intuitiv als die Plausibleren. Dafür gibt es einen einfachen Grund, glaube ich: Die Evolution hat uns Menschen ein Selbstmodell mitgegeben, dass aus einem räumlichen und einem nicht-räumlichen Teil besteht. Aus einem körperlichen Teil, den wir sinnlich wahrnehmen können und aus dem bewussten Denken, dass nicht im Raum wahrnehmbar ist. Und darum denken wir, dass es auch in unserem innersten Kern 2 Welten gibt, dich sich berühren.“

Unserem Gehirn geht es allmählich ans Eingemachte: Was Generationen von Philosophen seit Jahrtausenden nicht lösen konnten, versuchen jetzt Hirnforscher und Neurologen auf der ganzen Welt herauszufinden. Auf Teufel komm raus wollen sie der menschlichen Seele auf die Schliche kommen; zeigen, wie das geistige Bewusstsein von organischer Materie konstruiert wird. Um endlich zu beweisen, wie unser Gehirn unsere Seele macht. Und der Film in unserem Kopf entsteht.

Doch wie wird der Film unseres eigenen Lebens, unsere Biographie im Gehirn erzeugt? Und wie erzeugt das Gehirn das Gefühl, dass es einen Eigentümer und Beobachter dieses Filmes gibt?

 

Wie kann man sein Bewusstsein erweitern?
Links
Grundlegende Eigenschaften des Bewusstseins